Warum schneller, höher, weiter nicht mehr funktionieren kann

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Höher, schneller, weiter – das Motto hat uns lange begleitet. Das Gefühl, sich immer wieder selbst optimieren zu müssen, um besser zu werden, hat sich langsam und stetig eingeschlichen, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir sowohl als Einzelne, als auch als Gesellschaft mit permanentem Wachstum konfrontieret sind. Ja, das war schon immer so, aber mit der Digitalisierung steigt die Wachstumskurve gewaltig. Ein Blick in die sozialen Netzwerke reicht aus, um den Verdacht zu bestätigen, nicht gut genug zu sein. Was völlig logisch ist – einem Account zu folgen, der nur Durchschnitt ist, würde uns das Gefühl verderben, etwas erlebt zu haben*. Wir streben also auch ein Stück weit danach, diesen Idealen zu folgen – im wahrsten Sinne des Wortes. Also wo soll der Optimierungsdrang hinführen? Zahlreiche Dokumentationen, Artikel und Blogs beschäftigen sich schon mit dem Thema, das Erfolg allein nicht glücklich macht und die Leiter dorthin ins Leere führt. Und langsam könnte sich die Vermutung einschleichen, dass das auch auf uns selbst zutreffen könnte.

Ein Tag ist der Mikrokosmos deines Lebens

Wenn du nun glaubst, du seist dem Irrglauben aufgelaufen, dass schneller, höher, weiter glücklich machen, ist es Zeit etwas zu verändern. Und was das ist, kannst nur du selbst herausfinden. Niemand anderes kann es dir sagen, auch wenn es manchmal den Anschein erweckt, als gäbe es Patentrezepte für ein glückliches Leben. Für den/die Eine:n ist es ein tolles Auto, für den/die Andere:n ein digitales Nomaden-Leben und für den/die nächste ein Selbstversorger:innen-Leben im Tinyhouse und jeweils das Gefühl, was damit verbunden ist. Es geht niemals um das Ziel selbst, sondern das Gefühl dahinter. Glück ist immer individuell. Und um den großen Erfolg, wie er nach deinem Verständnis definiert ist, feiern zu können, musst du im kleinen Anfangen.

Was dein Leben mit einem 1-Euro-Shop zutun hat

Aber warum fällt es uns eigentlich so schwer, rauszufinden was wir wirklich wollen? Du warst sicher schonmal in einen 1-Euro Laden. Mir fällt direkt einer ein, der -gefühlt- bundesweit gleich aussieht. Du kommst in den Laden, die Regale sind so voll, dass die Waren schon davorstehen, überall dekorieren unausgepackte Kartons die Gänge und es erschlägt dich einfach nur und wenn du nicht ganz genau weißt, was du da willst, könntest du vor Überforderung auch schon wieder gehen. Ich kaufe da ab und an mal Streusand für meine Kerzengläser. Und ich blende die Stolperfallen und den bunten Spittel einfach aus, weil ich nur ein Ziel habe. Und genauso ist es auch im Leben. Wir haben mehr Möglichkeiten als jemals zu vor und alles um unser Herum fordert unsere Aufmerksamkeit. Und vor lauter Dingen, die wir tun könnten, tun wir am Ende gar nichts, weil wir von der Menge an Möglichkeiten überfordert sind.

Vom Mikro, zum Makro. Immer.

Im Kleinen anfangen bedeutet, das anzuschauen, was da ist. In diesem Fall, der Wunsch nach einem Gefühl. Aber starten wir von vorne: Wie sieht dein perfekter Tag aus und welches Gefühl verbirgt sich jeweils dahinter. Beispiel gefällig? 6:00 Uhr aufstehen, um mit Friedlichkeit in den Tag zu starten, 7:00 Uhr Yoga, um ausgeglichen zu sein, 12:00 Uhr spazieren gehen, um Leichtigkeit zu empfinden, usw. Niemand steht freiwillig um 5 Uhr auf, um etwas zu arbeiten, sondern wegen dem Gefühl, was diese Handlung verschafft. Und das kann alles möglich sein und ist häufig nicht offensichtlich. Im zweiten Schritt kannst du schauen, welche Gefühle du nicht mehr in deinem normalen Tag haben möchtest. Schaue dir auch die Anatomie des Gefühls an. Traurig sein heißt nicht immer „nur“ traurig sein! Es könnte auch Wut, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit sein. Hilfreich ist hier ein Gefühlstagebuch, was ich jedem empfehlen kann, der/die nicht mindestens 10 verschiedene Gefühle über den Tag definieren kann. Schau dir an, wo genau du aktuell stehst. Du weißt also nun, welche Gefühle du haben möchtest, und welche nicht. Das ist die perfekte Voraussetzung, um dich neu auszurichten.

Zeit für Tiefgang

Versteh mich bitte richtig: Ein erfolgsorientierter Job ist super, denn ohne Diese würden wir vielleicht immer noch in Höhlen wohnen. Worauf ich raus möchte, ist: Finde Kraft in dem was du tust, ändere es oder mach etwas anderes. Wenn du soweit bist und weißt, wohin du willst, bleib dran und gestalte deinen Tag neu. Oft ist es so, dass wir dann mit einer Erkenntnis plötzlich alles ändern wollen. Löblich, aber nicht nachhaltig. Denn alles auf einmal zu ändern ist wie ein Sprung in einen See im Winter. Veränderungen zu etablieren benötigt Zeit. 21 Tage soll es dauern, um eine neue Gewohnheit im Leben zu etablieren. Du kannst noch etwas mehr Druck rausnehmen, indem du dir einfach eine Veränderung pro Monat vornimmst und damit kannst du genau jetzt anfangen. Du weißt wie dein Leben aussehen soll, was du dafür tun darfst und welche Schritte zu gehen sind. Schreibe dir daher jetzt 12 Punkte auf und setze jeden Monat einen davon um. Es ist viel einfacher, jeden Monat eine Sache zu verändern, als jetzt Alle.

12 Veränderungen im Jahr ergeben am Ende ein völlig neues Leben

Es ist nicht mehr die Zeit für schneller weiter höher. Wir brauchen jetzt Tiefgang und das bedeutet, IN uns zu arbeiten – nicht AN uns. Jeder Tag ist der Mikrokosmos (d)eines Lebens.

*Wenn dich das Thema interessiert, schau dir dazu unbedingt die Doku „The social Dilemma“ an. Ebenso kann ich dir das Buch Quantenwirtschaft von Anders Indset empfehlen, was für mich ein absoluter Mind-Opener war.

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